1899
Der Anfang einer Bewegung
In München gründen die Zwillingsbrüder Daniel und Hermann Beissbarth die erste Automobilfabrik Bayerns: die "Gebrüder Beissbarth". Bereits im selben Jahr erhalten sie das erste Autokennzeichen der Welt – “Nr. 1” – ein Symbol für den Pioniergeist, der Beissbarth bis heute prägt.
1913
Wachstum mit Weitblick
Mit dem Bau einer vierstöckigen Fabrik an der Tegernseer Landstraße setzt Beissbarth ein starkes Zeichen: 2.000 Quadratmeter pro Etage, eine 2.500 Quadratmeter große Halle und ein riesiges Freigelände bieten Raum für visionäre Entwicklungen.
1930er–1940er
Von der Karosserie zum Service
In den 1930er-Jahren fertigt Beissbarth hochwertige Fahrzeugkarosserien für Marken wie Daimler und Horch. In den späten 1940er-Jahren richten die beiden Söhne von Daniel Beissbarth, Osmond und Hermann, Beissbarth mit einem klaren Ziel neu aus: die Zukunft des automobilen Werkstattservice mitzugestalten.
1951
Erste PKW-Radwuchtmaschine: Modell Nürburg
In den 1950er-Jahren legte Beissbarth den Grundstein für moderne Werkstattausrüstung: Mit der ersten eigenen PKW-Radwuchtmaschine “Modell Nürburg” begann eine Ära technologischer Innovationen, die Werkstätten weltweit prägen sollte.
1953–1956
Immer einen Schritt voraus
Mit der ersten PKW- und Omnibus-Wuchtmaschine (Modell 00) konnten erstmals Reifengrößen von 8,25 bis 20“ mit nur einer Maschine gewichtet gewuchtet werden. Und auch das weltweit erste Reifenmontiergerät M1 kam aus dem Hause Beissbarth und revolutionierte 1955 den Reifenservice.
Mit dem Stoßdämpferprüfgerät S2 folgt 1956 ein weiteres technische Highlight, das in vielen Werkstätten schnell zum Standard wird, denn damit sind Stoßdämpferprüfung und Geräuschermittlung direkt am Fahrzeug möglich.
1960
Neubau in der Hanauer Straße
Die Fertigung war an ihre Grenzen gestoßen, ein größerer Standort wurde notwendig. 1960 entstand an der Hanauer Straße ein großzügig geplanter Neubau mit fast 4.000 qm Produktionsfläche. Am 18. November erfolgte der Umzug in die neue Produktionsstätte.
Zum Programm zählten bereits Radwuchtmaschinen, Reifenmontiergeräte, optische Achsmessgeräte, und Fahrwerkstester. Ein Meilenstein war das Pkw-Reifenmontiergerät “M8”, das 1959 eingeführt wurde und sich bis 1982 über 50.000-mal verkaufte.
1960
Arbeiten in Werkstätten neu gedacht
Einen gewaltigen Umsatzzuwachs brachte 1960 der Einstieg in das Hebebühnen-Geschäft. Beissbarth Überflur-Taktstand: Eine 4-Säulen-Hebebühne, die durch eine Treppe und Gitterroste das Arbeiten in zwei Ebenen erlaubte.
1965
Elektronik hält Einzug
1965 erscheint mit der “W24” die erste elektronische Radwuchtmaschine der Welt! Diese zeigte erstmals Gewichtsgröße und Korrekturposition digital an.
Im selben Jahr entwickelte Beissbarth auch das optische Achsmessgerät P5. Die Vermessung erfolgte damals noch achsweise mit einem Projektor und einer Skala auf der die Messwerte dann abgelesen werden können.
1972
Gründung des ASA-Verbands und Geburtsstunde der Automechanika
Mit Beissbarth als Gründungsmitglied entstand am 3. Mai 1972 der ASA-Verband, der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service Ausrüstungen e.V. Durch die Gründung des Verbands entstand zeitgleich die erste Automechanika, die sich später zur weltweit führenden Messe für Werkstattausrüstung entwickelte.
1972
Start der optischen Achsvermessung
Zur ersten Automechanika im Jahr 1972 präsentierte Beissbarth das optische Pkw-Achsmessgerät P800. Das Gerät wurde zu einem der meistverkauften Produkte seiner Zeit und blieb fast 20 Jahre im Einsatz. Damals war es noch üblich, die Achsvermessung auf einer angehobenen 2-Säulen-Bühne durchzuführen. Für moderne Fahrwerke ist diese Methode längst überholt. Präzision beginnt auf einer richtigen Achsmessbühne.
1979
Weltneuheit E1200: Erstes CCD-Achsmessgerät mit geometrischer Fahrachse
Mit dem E1200 brachte Beissbarth ein Achsmesssystem auf den Markt, das die Fahrwerksvermessung grundlegend veränderte. Anstelle von zwei Projektoren, arbeitet das E1200 mit vier elektronischen Messköpfen, die an den Fahrzeugrädern angebracht werden, und überträgt die Daten digital auf einen Monitor. Erstmals diente die geometrische Fahrachse als präzise Referenz für die Vermessung, wodurch alle Messwerte per Knopfdruck angezeigt werden konnten. Dieses Prinzip bildet bis heute die Grundlage für jede Achsvermessung.
1985
E2200: Das erste Achsmessgerät mit Farbmonitor
Mit dem E2200 brachte Beissbarth eine Weiterentwicklung des Achsmesssystems auf den Markt, die den Vermessungsprozess deutlich effizienter machte. 24 Messwerte konnten per Fernbedienung auf einem schwenkbaren Farbmonitor abgerufen werden. Damit erzielte das System einen deutlichen Fortschritt in Ergonomie und Genauigkeit, der die Arbeit in Werkstätten erheblich erleichterte.
1986
Fortschritt auch beim Radwuchten
Noch im gleichen Jahr stellte Beissbarth im Bereich Radwuchten eine weitere Weltneuheit vor: die computergesteuerte Wuchtmaschine W455. Diese verfügte über einen schwenkbaren Farbbildschirm, auf dem erstmals die Unwuchtgröße direkt angezeigt wurde, sowie über einen Protokolldrucker zur Dokumentation der Messergebnisse. Eine weitere Innovation war der axial verschiebbare Radschutzbogen, der den Umgang mit den Rädern erleichterte. Mit der W455 setzte Beissbarth neue Maßstäbe in Ergonomie, Präzision und Bedienkomfort.
1987
Wuchten direkt am Fahrzeug
1987 erschien der neue Finish-Balancer “microtec 600” der erstmals mikroprozessorgesteuerte Messwertermittlung mit kabelloser Infrarotdatenübertragung auf ein tragbares LCD-Display vereint. Diese Entwicklung wurde wie Jahre später mit dem “Bundespreis für innovatorische Leistungen” ausgezeichnet.
1989
Microtec 540 – Erste Radwuchtmaschine mit Höhenschlagmessung und Matchprogramm
Mit der “microtec 540” kommt eine neue Hochleistungs-Radwuchtmaschine auf den Markt. Die erste Maschine die den Höhenschlag misst und über ein integriertes Matchprogramm für Felgen-Reifen-Kombinationen verfügt. Damit konnte erstmals der Schlag für Felge und Reifen separat ermittelt werden, um die Gesamtunwucht des Rades durch Verdrehen des Reifens auf der Felge zu optimieren.
1990er
Beginn des High-Tech-Zeitalters
Mit dem Achsmessgerät Microline 4000 läutete Beissbarth das Zeitalter prozessorgesteuerter Werkstatttechnik ein. Monitore, Disketten- und CD-ROM-Laufwerke hielten nun Einzug in die Werkstätten und eröffneten neue Möglichkeiten für die digitale Mess- und Dokumentationstechnik. Die Kombination aus Computertechnologie, CCD-Messsensorik, einem achtfachen Spurgebersystem und Infrarot-Datenübertragung ermöglichte völlig neue Ansätze in der Fahrwerksvermessung und setzte Maßstäbe in Präzision und Effizienz.
1992
Die Prüfstraße der Zukunft
1992 wurde ein damals völlig neues PKW-Annahmekonzept vorgestellt. Bestehend in der Basis aus dem neuen Rollenbremsenprüfstand Microbrake 6000, der sich im Baukastensystem mit einem Fahrwerkstester und Spur-Schnelltester zu einer Kfz-Prüfstraße mit nur 1,90m Gesamtlänge erweitern ließ. Die Messwertanzeige erfolgte analog zuerst auf einer Rundskala, ein Jahr später auch auf einem PC-Farbmonitor. 1994 wurde dieses System der Prüfstraße mit dem Microbrake 8000 auch auf LKWs und Busse erweitert.
1998
Zwei Weltneuheiten auf der Reifenmesse
Mit dem Micro Tyre Tester (MTT) präsentierte Beissbarth ein opto-elektronisches System zur Erkennung unsichtbarer innerer Reifenschäden. Der Prüfkopf kombinierte Laserbeleuchtung, CCD-Kamera und prozessorbasierte Auswertung der in 8–14 Segmente unterteilten Reifenseitenwand. Jedes Segment wurde zunächst bei normalem, anschließend bei automatisch verringertem Luftdruck gescannt. Aus der dadurch entstehenden Verformung ließen sich innere Reifenschäden erkennen. Nach rund 2 Minuten wurden die inneren Schäden und Ergebnisse auf einem Monitor dargestellt. Auch wenn das System noch experimentellen Charakter hatte, zeigte es frühzeitig, in welche Richtung sich die Reifendiagnose technologisch entwickeln könnte.
Den MTT gab es in zwei Ausführungen: Der MTT 2020 (später RDS8) als stationäre Lösung bei der das Rad auf eine pneumatischen Spannvorrichtung montiert wird und die MTT 2100 als im Bremsenprüfstand integrierte Lösung, bei der das Rad am Fahrzeug bleibt.
Im selben Jahr sorgte aber auch der Fahrwerkstester "Microsat 6600" für Schlagzeilen, denn er revolutioniert die Stoßdämpferprüfung: erstmals ist die Messung direkt am eingebauten Fahrwerk möglich und auch dokumentierbar. Zuvor konnte man Stoßdämpfer nur prüfen, in dem an sie aus dem Fahrzeug baute.
2000
Das erste sprachgesteuerte Achsmessgerät
Beissbarth bringt das weltweit erste sprachgesteuerte System zur Achsvermessung auf den Markt. Das ML 5000 ist nicht nur technischer Vorreiter, sondern auch Symbol für den digitalen Wandel im Werkstattservice. Mit Fertigstellung des ML 5000 entscheidet sich Beissbarth bewusst gegen die Entwicklung neuer konventioneller Messsysteme. Stattdessen investieren die Entwickler in die berührungslose Achsvermessung und damit entsteht die Vision für das Touchless-System.
Ab 2000
ADAS-Kalibrierung: Start mit dem VW Phaeton
Für die Einführung des VW Phaeton entwickelt Beissbarth erste Lösungen zur Radarsensorkalibrierung. Grundlage ist auch hier die präzise Ausrichtung auf die geometrische Fahrachse. Dieses Prinzip zieht sich bis heute durch alle weiteren ADAS-Kalibrierlösungen von Beissbarth. Nach den ersten Kalibrier-Tools für Radarsensoren folgten über die Jahre viele weitere Lösungen zur sicheren Kalibrierung von Kameras, Lidarsensoren, und Nachtsichtsystemen.
2005
Die Vision der berührungslosen Achsvermessung
Beissbarth bringt das erste berührungslose Achsmessgerät auf den Markt. Diese Innovation macht physische Messtafeln und Radhalter überflüssig, denn die Messung erfolgte optisch über Projektionen direkt auf die Felge. Der Name war Programm: Touchless.
2014
Berührungslose Achsvermessung
Mit der zweiten Generation von Touchless erfolgte die Messung nicht mehr auf der Felge, sondern direkt auf dem Reifen. Das war möglich durch einen für das menschliche Auge unsichtbaren Laserstrahl, der in 16.000 einzelne Bildpunkte zerteilt und auf die Seitenflanke projiziert wurde. Die Schnelligkeit von Touchless 2 machte gerade bei besonders hoch-frequentierten Reifenketten und Betrieben den entscheidenden Unterschied. Aber auch viele damals noch kleine und unbekannte Fahrzeughersteller erkannten das Potential von Touchless 2 für ihre ersten Produktionslinien.
2016
Reifenscanner im Überfahren
Mit Easy Tread wurde die Profiltiefenmessung voll automatisiert. Was bisher lange dauerte und ein rein manueller Prozess war erfolgt nun schnell, präzise und automatisch im Überfahren. Anstatt auf Laser setzt Beissbarth auf ein Mehrfarben-Projektionsverfahren das auch bei leichter Verschmutzung noch für robuste Ergebnisse sorgte. Über schräg abgefahrene Reifenprofile lassen sich auch potentielle Fahrwerks- und Luftdruckprobleme frühzeitig erkennen um das Servicepotential zu steigern.
2020
Q.Lign: Achsvermessung neu gedacht
Mit Q.Lign setzt Beissbarth neue Standards in der Achsvermessung. Fahrwagen, PC, Kabel und Drucker gehören ab jetzt der Vergangenheit an. Und mit der neuen Kamera-, Elektronik- und Softwareplattform reduziert sich die Vermessung auf ein Minimum. So leicht kann Achsvermessung sein!